Donnerstag, 28. September 2017

Applikationen selbst entwerfen # 2




Eine Anleitung zum Thema Needleturn-Applikation findest du **hier**

Hier erkläre ich die Papierschablonen-Methode.

Um die Applikation zu entwerfen und zu nähen benötigst du:

Papier, Bleistift, Kugelschreiber,
Kohlepapier
Papierschere

Stoffe,
Stecknadeln,Nähnadeln
Stickschere,
Näh und evtl. Stickgarne.

Zunächst zeichnest du dein Motiv auf ein Blatt Papier.



Dann überträgst du die Einzelteile mit einem Kuli 
und mit Kohlepapier auf ein 2. Blatt Papier.


Überlege vorher, welche Teile als Schablone 
zusammen bleiben können.


Bei diesem Kürbis sollte jeweils rechts und links 
ein Teil aus dem gleichen Stoff sein.
Deshalb habe ich beide Teile in der Mitte zusammen gelassen.


Sie werden später übereinander appliziert,
so wie es hier zu erkennen ist: 


Schneide die Schablonen aus 
und lege sie mit der Vorderseite (da wo wo die Linien zu sehen sind)
auf die Rückseite des Stoffes. 
Das ist wichtig, damit sie später nicht spiegelverkehrt erscheinen! 
Stecke sie fest


Schneide den Stoff rundum mit einer großzügigen NZ aus.
Ich hab ca 1 cm drum herum als NZ gelassen.

Hier siehst du wie die Stoffteile später übereinander liegen werden: 


Nun werden die Schablonen mit dem Stoff "bezogen".
Nähe bei den Rundungen mit groben Stichen einmal rund herum.


Ziehe die NZ vorsichtig zusammen und sichere mit ein paar Rückstichen.
Achte darauf, daß deine Papierschablone flach liegen bleibt
 und nicht krumm gezogen wird. 


Bügel die NZ flach.
Das erleichtert die Applizieren später.


Bei Schablonen mit einer nach innen gewölbten Kurve 
schneidest du zunächst den Stoff an dieser Kurve ein.
Je mehr sich die Kurve krümmt,
desto enger müssen die Schnitte nebeneinander sein.  


Mit einem Klebestift fixierst du die NZ an der Schablone.
(Du kannst dafür auch einfache Schulklebestifte verwenden,
die auswaschbar sind. )


Die Außenwölbungen werden wieder mit groben Stichen umrundet 
und wie bei der ersten  gezeigten Schablone zusammengezogen.
Beginne mit den Stichen kurz vor der Wölbung und
auf der rechten Seite, so daß der Knoten auf der rechten Seite liegt.


Sichere wieder mit einigen Rückstichen,
du kannst auch durch das Papier stechen.


Bügel die NZ wieder flach.
Achte dabei darauf, daß du nicht über den Kleber bügelst,
(es sei denn du möchtest dein Bügeleisen erst wieder reinigen. *g*

Hier siehst du den außen liegenden Knoten vom Hilfsfaden:


So werden nun die Teile nacheinander appliziert werden:


Beginne mit dem "untersten" Applikationsstück.
Hier ist das der Kürbisstiel.

Kontrolliere genau, ob dein erstes Stoffstück an der richtigen Stelle sitzt.
Stecke es fest, bevor du es mit kleinen überwendlichen Stichen applizierst.


Entferne den Hilfsfaden auf der Vorderseite,
(deshalb sollte der Knoten auf dieser Seite liegen)
schneide vorsichtig den Unterstoff hinten ein
(lasse ca. 3-4 mm  NZ stehen)
und entferne die Papierschablone.


Hier siehst du, daß ich nur die Außenkanten festgenäht habe.
Die untere Stoffkante liegt später unter den anderen Teilen und braucht daher 
nicht fest genäht zu werden. 


Immer, wenn ein Teil appliziert und vom Papier befreit ist: bügeln!
So bleibt das Werkstück glatt und 
du kannst das nächste Schablonenstück besser platzieren und nähen. 


Nach jedem Einzelteil den Heftfaden entfernen,
auf der Rückseite den Stoff vorsichtig einschneiden,
bis auf die NZ wegschneiden
und die Schablone raus holen.
Dann wieder bügeln.


Orientiere dich beim Stoff wegschneiden
 immer an der letzten Applikationsnaht.


Nächstes Applikationsstück: 
platzieren
kontrollieren,
feststecken,
applizieren.


Dann wieder Hilfsfaden entfernen,
vorsichtig hinteren Stoff einschneiden 
und bis auf die NZ wegschneiden.
Schablone entfernen,
Bügeln




Intermezzo: 
An dieser Stelle , vor dem Applizieren des nächsten, mittleren Stoffes, fiel mir auf,
daß der letzte Stoff im Zusammenhang gesehen viel zu hell war!
Statt alles wieder aufzutrennen,
habe ich kurzerhand meine Stofffarbe rausgeholt 
und den Stoff dunkler bemalt. 
Hier der Vergleich zum ursprünglichen, fast rosa Stoff:


Dann wieder Hilfsfaden entfernen,
vorsichtig hinteren Stoff einschneiden 
und bis auf die NZ wegschneiden.
Schablone entfernen,
Bügeln


So sah der Kürbis dann aus:


In meinem **Oktober-Tischset
hat er noch ein wenig Stickerei dazu bekommen:


Ich hoffe meine Anleitung ist verständlich und 
wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren.




Freitag, 26. Mai 2017

Pimp your Shirt



Hallo zusammen,
ich finde es immer ärgerlich,
wenn an einem schönen T-Shirt 
der Halsausschnitt zu eng oder zu weit ist.
Deshalb habe ich überlegt,
wie da Abhilfe geschaffen werden kann.


Bei diesem Shirt, hier habe ich den dicken 
Kragenabschluß entlang der Naht abgeschnitten.


Gesäubert mit einem elastischen Zickzack-Stich.
Dabei den Stoff von vorne hach hinten unter den Nähfuß schieben 
und auf keinen Fall hinten am Stoff ziehen.
Sonst leiert die Kante aus und wellt sich.


Dann habe ich die gesäuberte Kante umgeschlagen 
und in kurzen Abständen gesteckt.



Den Saum habe ich mit geraden Stichen 
ohne Stretch-Einstellung umgenäht, 
weil meine Nähmaschine nicht gerne 
gerade Nähte mit Stretch-Stich näht.
Da hat sie immer wieder Aussetzer.


Dann braucht ihr eine "Start-Reihe".



Da gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Hier habe ich mit Languetten-Stich ungefähr im Abstand 
der zu erwartenden Maschengröße die Kante umstochen.

Das ist die "Start-Reihe" und ihr könnt 
gleich daran zu Häkeln beginnen. 

Wichtig ist, daß in jeder gehäkelten Reihe etwas abgenommen wird,
damit der "Kragen" sich gut anlegt.

Einfach ausprobieren.
Viel Spaß beim Aufhübschen





Freitag, 13. Januar 2017

Zuzieh-Beutel




Hallo zusammen,

um Spielsteine getrennt aufzubewahren,
 habe ich diese kleinen Beutel zum Zuziehen genäht.


Ihr benötigt:
jeweils farblich einen passenden Stoff,
Kordel oder dickeres Baumwollgarn
und die üblichen Nähutensilien.

Die Beutelgröße kann nach Belieben zugeschnitten werden.
Länge ist dabei die doppelte Höhe plus 2 mal dieTunnelbreite
mal die entsprechende Beutelhöhe.
Für jeden Beutel  ergab das bei mir 25 cm x 10 cm inkl. NZ 


Alle Rechtecke werden mit Zickzack-Stich rundum gesäubert.


Für den Tunnel jeweils ca. 2 cm an den kurzen Seiten umbügeln.


Der Tunnel wird nun mit einer einfachen Naht genäht.


Danach wird der Stoff rechts auf rechts einmal gefaltet
und festgesteckt. 


Achte dabei darauf, dass die Tunnelnähte genau aufeinander liegen.


Beide Seitennähte werden nur bis zur Tunnel-Naht geschlossen.


Dann Beutel wenden und bügeln.



Nun noch die Kordel/Garn einziehen
und fertig.

Viele Spaß damit :-)

LG Doris 

Mittwoch, 8. Juni 2016

Clown und Schneemänner - Rundungen





Hallo zusammen,

ich habe für **Bianca** Probe genäht.
Sie schickte mir die Schneide-Lineale
und ich ihr im Gegenzug einen Erfahrungs-Bericht.
Da ich selber noch nicht oft Rundungen genäht habe, 
war das eine schöne Übung.

Hier ein kleines Tutorial zum Rundungen-Nähen.
(Klick auf die Bilder um sie zu vergrößern)


Wenn du  Lineale benutzt, kannst du die Einzelteile 
mit einem kleinen Rollschneider ausschneiden.
Achte darauf, das das Lineal nicht verrutscht.
Feines Schmirgelpapier und zweiseitiges
 Klebeband ergeben gute Anti-Rutschpunkte.



Mein Block wird aus diesen 3 Teilen bestehen:
Halbkreis (oben rechts)
Mittelteil (unten rechts) und
Eckteil (unten links) 


Du kannst aber die Flächen auch auf der linken Stoffseite aufzeichnen
z.B. mit einem "Zauberstift" oder einem weichen Bleistift
und schneidest die Teile dann mit der Schere aus.




Achte darauf genau zu arbeiten,
denn sonst passen die Einzelteile später nicht richtig zueinander.
Lieber kontrollieren und evtl. nachschneiden.




Du kannst die Stoffteile genau passend ausschneiden,
(das wäre hier genau entlang der Linien )
aber ich lasse gerne an den geraden Kanten noch etwas mehr Stoff dran.
So kannst du ganz am Schluß, 
wenn dein Block fertig genäht und gebügelt ist
alles auf das richtige Maß perfekt zuschneiden.
Im Bild oben habe ich an der rechten Seite 
und an den "Beinchen" unten noch ungefähr 1-2 cm dran gelassen.

Achte darauf, daß alle Nahtzugaben an den Rundungen gleich breit sind.
Bei Schneidelinealen ist das schon so eingeplant,
aber falls du eigene Schablonen entwirfst, ist das wichtig.

Markierungen

Wenn du alle Teile ausgeschnitten hast, 
brauchst du Markierungen an den Rundungen ,
damit du die Teile richtig zusammenstecken und nähen kannst.



Dafür wird das Stoffteil (hier den Halbkreis) 2 mal gefaltet.
Einmal, um die Mitte der Rundung zu finden ...



und ein 2.mal um die Viertel-Markierung zu finden.
Du kannst die Kanten kurz anbügeln oder mit den Fingernägeln falzen (Kneifen).



So sollte es aussehen, wenn du 
den Halbkreis wieder auseinander faltest.
Auch hier siehst du, daß ich an der geraden Kante (unten) 
noch Stoff dran gelassen habe.



Nun markierst du in dieser Weise alle Rundungen.

Mittlere Markierung .....




und Viertelmarkierung der Kurven 
an beiden Rundungen des Mittelteils, 
also Innenrundung (konkave Kurve)
 und Außenrundung (konvexe Kurve ).



Wenn du alle Teile an den Rundungen markiert hast,
werden sie so aussehen.
Du siehst hier die linke Stoffseite, die ich auch mit Bleistift markiert habe,
damit du es besser erkennen kannst.

Die Stoffstücke liegen auch schon auf den Positionen,
wie sie später aneinander genäht sein werden.

Nun geht es ans Zusammenstecken.

Ich beginne beim Nähen gerne mit den stark gekrümmten Teilen,
hier also mit dem Zusammennähen von Halbkreis und Mittelteil,
weil ich so bei den engeren Krümmungen
weniger Stoffmenge handhaben muß.



Lege die Stoffe rechts auf rechts.



Lege die Markierungen genau aufeinander
und beginne an der Mittelmarkierung beider Teile.
Feststecken.




Dann arbeitest du nach außen.
Lege die Viertelkreismarkierungen exakt aufeinander, stecken. 
Die Stoffkanten sollen dabei genau bündig liegen



Die andere Seite ebenfalls feststecken.



Dann die Enden, die du hier mit Bleistift gezeichnet siehst.



und die zweite Seite.




Ich habe dann noch ein paar Stecknadeln 
mehr benutzt.



Der Stoff verrutscht leichter, wenn die Abstände 
zwischen den Nadeln größer sind.

Nun geht es ans Zusammennähen.

Achte darauf, beim Nähen, die  konkave Form 
unten liegen zu haben (hier der weiße Halbkreis) . 
So kannst du die evtl. entstehenden Falten etc. 
besser sehen und zurecht ziehen, 
während das untere Stoffstück glatt auf der Maschine liegt.

Bei kleinen, schmalen oder spitzen Stoffstücken,
die du zusammen nähen möchtest,
hilft ein Start-Stück.
Dazu kannst du ein doppelt gelegtes Reststück benutzen.




So sparst du Faden, weil keine losen Enden entstehen,
die schmalen Stoffteile verfangen sich nicht in deiner Nähplatte
und du kannst den Stoff leichter führen, 
weil du hinten dann etwas zum Anfassen hast. 


Du benutzt es, wie beim Kette-Nähen und 
legst es immer als Anfang und am Ende wieder, unter den Nähfuß. 




Ganz wichtig:
Die Stoffkanten müssen bündig liegen.
Nähe langsam und korrigiere, wenn nötig.
Laß die Nadel dazu beim Anhalten unten, 
damit sie den Stoff fest hält.
So kannst du die Stoffe in die richtige Position schieben.



So sollen die ersten zusammen genähten Stoffteile aussehen.




Schneide die Nahtzugabe an mehreren Stellen bis kurz vor die Naht ein, 
damit sie sich später besser umbügeln läßt.



Hier gilt: 
je stärker die Kreiskrümmung, desto mehr Einschnitte sind erforderlich.



Vorderseite




Rückseite

Hier wurden die Naht erst einmal per Fingernagel gefalzt,
damit sich der Stoff nicht verzieht.



Nun wird das 3. Teil angenäht.



Auch dazu werden die Stücke wieder rechts auf rechts
 mit den Markierungen exakt übereinander, zusammen gesteckt.
(Draufsicht)



(Hier wurde das Stück umgedreht. Rückansicht)

Achte darauf, an besonders schmalen Stellen,
die "alte" Nahtzugabe zur Seite zu halten,
damit sie nicht bei der "neuen" Naht mitgefaßt wird.






Auch hier die  Nahtzugabe wieder an mehreren Stellen einschneiden.




Das ist der fertige Block, Rückseite.
An den Bleistiftlinien erkennst du,
wie groß der Block eigentlich sein soll.



Und so sieht er von vorne aus.




Nun wird er gebügelt und endgültig auf das richtige Maß zurückgeschnitten.







Da sich in meinen Blöcken Schneemänner und dicke Clowns verstecken,
mußte da noch etwas getüddelt werden
Ich habe sie bestickt, appliziert und Pompoms angenäht.




Ich bin sicher, ich kann auch noch ein paar Wichtel und Gnome und....finden.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Nähen.